Aliens (1986) – Von Müttern, Marines und Kugeln

1986 erschuf Regisseur James Cameron ein Musterbeispiel für eine gelungene Fortsetzung: Aliens.

Bis in die Gegenwart steht Aliens für alles, was Fortsetzungen sein und wonach sie streben sollten: Ein gelungenes Aufgreifen der zuvor behandelten Thematik und deren Weiterentwicklung.

Camerons Fortsetzung ist lauter als sein Vorgänger, viel lauter. Ridley Scott wählte in Alien den leisen Ansatz und ließ sein Monster selten, aber in ausgewählten Momenten auftreten. Auch wenn bereits in Alien deutlich wurde, dass eine ganze Menge von den Xenomorphs gibt (Szene in der Brutkammer), hat Scott davon keinen Gebrauch gemacht.

Bei Cameron eilen zahlreiche Monster durch die Gänge und jagen Ripley sowie zahlreiche Marines. War Alien noch im Bereich des Horror anzusiedeln, transformiert Cameron den Film in einen Actionstreifen. Diese Transformation ist aber kein negativer Aspekt, sondern eine logische Weiterentwicklung.

Die Geschichten von Scott und Cameron gehen Hand in Hand und ergeben zusammen eine packende Geschichte.

Eine nahtlose Fortsetzung

57 Jahre nach den Ereignissen auf der Nostromo wird Ripley per Zufall von einem Bergungstrupp gefunden.

Ripley erwacht in einer Raumstation und trägt noch immer die Ereignisse der Vergangenheit in sich. Erschwerend kommt hinzu, dass ihre Geschichte von einem zerstörerischen Alien nicht viel Glauben geschenkt wird.

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Noch schlimmer: Der Planet LV–426, auf dem die fremde Alien-Rasse entdeckt wurde, wird von der Firma Weyland-Yutani Corporation als Kolonie benutzt.

In Ripley Augen muss der von der Firma verwendete Slogan Building Better Worlds wie Ironie klingen. Und als alle Funkverbindungen zu LV–426 verlorengehen, ahnt Ripley, dass das Böse noch immer sein Unwesen treibt.

Um herauszufinden, was sich auf LV–426 abspielt, schickt Weyland-Yutani eine Gruppe von Marines auf Expedition, begleitet von Ripley als Beraterin.

Ripley und die Marines sehen sich mit einem ganzen Nest von Aliens konfrontiert und einer Königin, die auf Rache sinnt.

Erneut starke Charaktere

Wenn es ein Feld in Aliens gibt, auf dem James Cameron besonders punkten kann, dann ist es das der Charakterentwicklung.

So bekommen wir mehr Informationen über die Geschichte von Ripley und ihre Hintergründe. War die Version von Ridley Scott eine Momentaufnahme im Leben einer Figur, unterfüttert Cameron diese nun mit Leben.

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Ohne Zweifel ist es auch dieses Mal Sigourney Weaver in der Rolle von Ellen Ripley, die das Schlüsselmoment für den Erfolg von Aliens darstellt. Und so scheint es in jeder Szene, dass niemand diese Rolle besser hätte spielen können.

Bis in die Nebenrollen ist Aliens wunderbar besetzt. Da ist das junge und verlassene Mädchen Newt (Carrie Henn); der charismatische Corporal Dwayne Hicks (Michael Biehn); der finstere und hinterhältige Carter Burke (Paul Reise); der intelligente und berechnende Bishop (Lance Hendriken) und der energische sowie sarkastische Private Hudson (Bill Paxton).

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Alle der zuvor genannten Rollen werden von tollen Schauspielern zum Leben erweckt und tragen während des gesamten Films zum Erlebnis bei, welches Aliens seinen Zuschauern bietet.

Kleine Abstriche

Auch wenn Camerons Sequel in den Punkten Story, Charakterentwicklung und Action besticht, gibt es doch auch Schattenseiten.

Aliens ist weniger dunkel, weniger bedrückend und kaum klaustrophobisch als sein Vorgänger. Ridley Scott fokussierte sich auf die Atmosphäre, James Cameron dagegen inszeniert mit Aliens vielmehr eine Action-Achterbahn.

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Dennoch macht der Film eine Menge Spaß.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Aliens bis in die heutige Zeit nichts von seiner visuellen und technischen Schlagkraft verloren hat.

Wer Alien mochte, muss auch Aliens zwingend sehen. Beide Filme stehen für den Aufbruch in eine neue Ära des Kinos und werden auch in den nächsten Jahrzehnten nichts von ihrer Schlagkräftigkeit verlieren.

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Beide Filme gehören noch immer zu den besten Actionfilmen, die das Kino hervorgebracht hat.

Über den Autor

Marco

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Gründer und Autor von screenheroes. Mag gute Geschichten und entwickelt gerne für WordPress.

Comments 6

  1. Hast du den Kinocut oder die Special Edition gesehen? Letztere finde ich (zumindest für Folgesichtungen, wenn es keine Überraschung mehr braucht) noch einmal deutlich gelungener. Kann ich nur empfehlen!

    Was die Abstriche angeht, so empfinde ich diese hier tatsächlich als Stärke, da eine Fortsetzung im Stil Scotts wohl nur ein müder Abklatsch geworden wäre. Bei „Alien 3“ hat man ja wieder darauf gesetzt und auch dieser konnte die Klasse des Erstlings nicht erreichen.

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      Ich habe den Stil des ersten Teils sehr geliebt und kann mich deswegen auch nur schwer davon trennen. :) „Aliens“ war mir streckenweise zu laut, hat aber dennoch eine ganze Menge Spaß gemacht. Gab dann im Endeffekt auch eine Empfehlung.

    2. Glaube ich dir gerne. Ist ja auch ein ganz anderes Genre als der erste Film. Und war es nun der Kinocut oder die längere Special Edition? :)

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      Ich habe die Kinoversion schon mehrfach gesehen. Dieses Mal war es die Special Edition. Generell schaue ich in diesem Durchgang nur die Langfassungen.

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