2001: Odyssey im Weltraum - Still 01

2001: Odyssey im Weltraum – Die Bedeutung des Monolithen

In diversen Foren wurde bereits über mögliche Bedeutungen des Monoliths in 2001: Odyssee im Weltraum diskutiert. Ein Gedanke war, dass der Monolith für die Erkenntnis steht. Ein Indiz für diese These ist die Darstellung der Affen am Anfang des Films. Diese haben Kontakt mit dem Monolithen und erkennen das Machtinstrument der Waffe. Kubrick macht daraufhin einen direkten Sprung in die Raumfahrt.

 

Auffällig ist dabei die verwendete Musik. Kubrick lässt an dieser Stelle die Anfangssequenz aus Richard Strauss Also Sprach Zarathustra einspielen. Diese Symphonie ist bekanntermaßen an das gleichnamige Werk Friedrich Nietzsches angelehnt.

Betrachtet man Friedrich Nietzsches Also Sprach Zarathustra, fallen einige mögliche Parallelen zu 2001: Odyssee im Weltraum auf.

Mir Fallen dabei vor allem zwei Motive aus Nietzsches Werk auf:

  • die drei Verwandlungen und
  • die ewige Wiederkunft

An dieser Stelle möchte ich diesen Zusammenhang skizzieren.

Nietzsche lässt seinen Zarathustra nach dessen Vorrede seine Rede mit „den drei Verwandlungen“ beginnen. Zarathustra beschreibt dabei die drei Stadien, die der menschliche Geist durchlaufen sollte.

Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes: wie der Geist zum Kamele wird, und zum Löwen das Kamel, und zum Kinde zuletzt der Löwe.

Das Kamel steht dabei für das Stadium, in dem der „tragsame“ menschliche Geist sich erniedrigt und demütig seine Dasein erträgt. Dies lässt sich am Verhalten der Affengruppe, die sich von der vermeintlich stärkeren Gruppe von ihrer Wasserstelle vertreiben lässt, erkennen.

Neue Entwicklungsstufen

Nach dem Kontakt mit dem Monolithen erreicht die Affengruppe durch Erkenntnis eine neue Entwicklungsstufe (Löwe). Die Affengruppe kann sich durchsetzen und sich durch Gewalt einen Lebensraum und ihre Freiheit erkämpfen. Sie kann jedoch nur destruktiv tätig werden (Gewalt und Gewaltfantasien).

Schöpfend kann der menschliche Geist nur nach der dritten Verwandlung (das Kind) werden. Das Kind steht dabei für Neubeginn in Unschuld (nicht unbedingt im moralischen Sinn).

Ja, zum Spiele des Schaffens, meine Brüder, bedarf es eines heiligen Ja-sagens: seinen Willen will nun der Geist, seine Welt gewinnt sich der Weltverlorene.

Das Kind sehen wir in 2001: Odyssee im Weltraum, nachdem Dave den Jupiter (Symbol für Gott oder Göttlichkeit?) erreicht und überschritten hat. Dave durchschreitet dabei Zeit und Raum und sieht sich selbst gleichzeitig in allen Lebensphasen (Lebensalter). Der Film endet mit einer Darstellung von Dave als ein Kind in der Fruchtblase, dass vom (Welt-)Raum aus die Erde (eine Welt) betrachtet.

Der oben bereits angesprochene Schluss des Films lässt sich auch als eine Umsetzung von Zarathustras Rede über die ewige Wiederkunft interpretieren.

Dave sieht sich altern und sterben und wird in Form eines Kindes in einer Fruchtblase wiedergeboren. Der Mensch (hier Dave) stirbt, überwindet sich selbst (wie Zarathustra es predigt: „Der Mensch ist etwas, was überwunden werden will.“) und wird als höherer Mensch (in Gestalt des Kindes [s. o.]) wiedergeboren.

Fazit – Der Monolith als Übergang

Vor seinem Tod bzw. der Vernichtung des Menschen und die Geburt des Übermenschen sieht Dave den Monolithen in seinem Zimmer. Wie zu Beginn des Films, als die Affen die Verwandlung vom Geisteszustand des Kamels in den des Löwen durchlaufen, symbolisiert der Monolith auch an dieser Stelle den Übergang in einen neuen Geisteszustand; er steht für die Verwandlung in das Kind (siehe oben) und damit auch für den Übermenschen. Der Übermansch bejaht sich selbst und durchläuft immer wieder die ewige Wiederkunft.

Dieser Zusammenhang wird durch das erneute Einspielen der Eingangssequenz aus Richard Strauss Symphonie noch deutlicher gemacht.

Über den Autor

Marco

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Gründer und Autor von screenheroes. Mag gute Geschichten und entwickelt gerne für WordPress.

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