Filme bewerten: Mein neues System

Wer Filme bewerten möchte, sei es aus Hobby oder beruflicher Perspektive, braucht ein verlässliches Bewertungssystem.

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Wie einige meiner Freunde und Bekannten wissen, ist screenheroes für mich ein Neustart. Einige andere Blogideen haben ihr Ziel stets verfehlt. Die Gründe dafür sind zahlreich und spielen an dieser Stelle auch keine Rolle.

Teil des Neustarts ist es auch, sämtliche Strukturen zu überdenken. Dies betrifft auch ein Herzstück dieses neuen Blogs, nämlich die Kritiken.

Filme bewerten? Wo ist das Problem?

Es gibt meiner Meinung nach kaum gute Systeme, um einen Film zu bewerten. Viele Blogs und Plattformen nutzen die einfache Systematik von 1–10 oder weichen auf Prozente aus. Metacritic ist mit Sicherheit eines der prominentesten Beispiele.

Damit habe ich aber meine Probleme. Denn: Vergibt der Rezensent eine 10, liegt auf der Hand, dass er den Film sehr, sehr gut fand. Bei einer 9 ebenso. 8? War bestimmt auch noch gut.

Aber was ist denn mit einem Film, der mit einer 7 bewertet wird? Ist er jetzt noch gut, oder bereits auf dem absteigenden Ast? Würde der Rezensent mir den Film empfehlen? Oder ist die 7 bereits ein Indikator dafür, dass der Film kein Pflichtprogramm ist?

Und überhaupt: Wie kann man einen Film in 10 Kategorien bewerten? Wo bleibt die Vergleichbarkeit, wenn die Skala der möglichen Benotung so weit auseinander liegt? Schlimmer sind dagegen nur noch Systeme, die mit Prozent arbeiten.

Lange habe ich überlegt, ob ich Filme überhaupt noch bewerten soll. Immerhin unterstelle ich meiner Leserschaft, dass sie aus meinen Texten selbst herauslesen kann, ob ich den Film empfehle oder nicht.

Das Auslassen einer Wertung würde mir aber einen wichtigen Prozess nehmen. Denn ohne Wertung muss ich den gesehenen Film nicht in Konkurrenz zu anderen Filmen stellen. Es fehlt eine Ebene der Auseinandersetzung.

Viele Blogs nutzen das System von 1 bis 10 und das ist auch ihr gutes Recht. Ich werde nicht aufhören sie zu lesen, weil sie dieses System nutzen. Aber mir fällt es häufig schwer den Maßstab richtig einschätzen zu können. Auch untereinander: Meint Blogger X mit seiner Wertung von 6 das gleiche wie Blogger Y mit einer Wertung von 7?

Die häufigste Frage, die man als Filmblogger erhält, ist mit Sicherheit: Kannst du Film xyz empfehlen? Antworte ich dann mit „6 von 10″, kann der Gegenüber häufig gar nicht richtig einschätzen, ob ich den Film nun empfehle oder nicht.

Also muss ein Wertungssystem her, welches einfach ist, aber dennoch eine Aussagekraft besitzt. Nach langem Überlegen glaube ich eine gute Mischung gefunden zu haben.

Was steckt dahinter?

Von dem neuen System verspreche ich mir eine einfache, transparente, aber dennoch aussagekräftige Bewertungsskala für die von mir besprochenen Filme.

In Zukunft wird es auf screenheroes folgende Bewertungen geben:

  • Zeitverschwendung: Filme, die diese Wertung bekommen, haben mir überhaupt nicht gefallen. Entweder waren sie langweilig oder haben mir auf die ein oder andere Art überhaupt nicht zugesagt. Ich rate dir davon ab diesen Film zu sehen, weil ich denke, dass es viele bessere gibt, mit denen du deine Zeit verbringen kannst.
  • Keine Wertung: Was soll das denn? Warum bewertest du denn da nichts? Ganz einfach: Weil diese Filme mir mehr oder weniger egal sind. Man kann sie gucken, muss es aber nicht. In diese Kategorie werden bessere und schlechtere Filme fallen. Gemein haben sie nur, dass man sie nicht sehen muss bzw. sollte.
  • Empfehlung: Diese Filme haben mir gefallen und ich kann sie mit einem guten Gewissen an Freunde, Bekannte und andere Blogger weiterempfehlen.
  • Meisterwerk: Wer sich als Cineast beschreibt oder als Liebhaber des Kinos, muss diesen Film gesehen haben. Diese Filme lege meinen Lesern dringend ans Herz. Gründe dafür können sein: Der Film ist einfach verdammt gut und man sollte ihn gesehen haben. Oder der Film setzt Maßstäbe in seinem Genre und man wird noch viele Jahre über ihn sprechen. Diese Kategorie hätte man sicherlich noch aussparen können, aber ich wollte sie haben, um den allerbesten Filmen in diesem Kosmos gerecht zu werden.

Im Überblick

Meisterwerk
Empfehlung
Zeitverschwendung

 

Das bedeutet, dass ich somit nur noch vier (keine Bewertung taucht hier nicht auf, wofür auch?) Kategorien habe, in die ich einen Film einordnen muss und nicht mehr zehn.

Damit ist eine schärfere Trennlinie zwischen den Filmen zu erkennen. Und die Antwort auf die Frage der Empfehlung kann nun eindeutig beantwortet werden. Für meine Leser ist nun eindeutig klar, dass ich den Film empfehle oder eben nicht.

Meine Bewertung steht nun als letztes Element in jeder Infobox zu einem Film (siehe Screenshot).

Was hältst du von diesem neuen System? Findest du es gut, oder findest du es schlecht? In beiden Fällen interessiert mich deine Meinung und ich freue mich auf deinen Kommentar.

Falls du ein eigenes Blog hast, würde ich mich freuen, wenn du dir über dieses Thema auch einmal Gedanken machst und evtl. ein paar Zeilen dazu schreibst.

Von | 2017-03-18T23:17:38+00:00 15. August 2016|

Über den Autor:

Gründer und Autor von screenheroes. Mag gute Geschichten und entwickelt gerne für Wordpress.

5 Kommentare

  1. bullion 15. August 2016 um 13:05 Uhr - Antworten

    Ein wahrlich interessanter Ansatz, bei dem ich gleich noch einmal meine Einschätzung zum 10er System kundtun muss: Tatsächlich hilft es mir, zumindest bei Bloggern, die ich schon länger lesen, den Film einzuordnen. Da weiß ich schon sehr gut, was Blogger XY mit 5 Punkten meint, während es bei einem anderen schon ein gnadenloser Verriss ist. Es ist ein Orientierungspunkt, der aber garantiert nicht ersetzt die Besprechung zu lesen.

    Du etablierst im Prinzip ein 4-Punkte-System, nennst die Kategorien nur anders. Mir wäre das zur Abgrenzung wohl zu wenig (geht mir schon bei 5 Punkten so). „Keine Wertung“ als Kategorie finde ich übrigens irreführend. Da man Filme ja immer wertet – und sei es: Er ist mir egal. :)

    • Marco 15. August 2016 um 13:28 Uhr - Antworten

      Ob das mit „Keine Wertung“ bleibt, muss ich sehen. Vielleicht ersetze ich das noch durch irgendwas. Das System geht halt ganz klar in die Richtung: Empfehlung ja oder nein? Mir reichen die Kategorien. Wenn du dich mit dem 10er wohler fühlst, ist es prima. Deswegen höre ich ja nicht auf bei dir reinzuschneien :) Bei dir geht es ja auch. Spektakulär wird es bei Wertungen von 6.2 oder 9.3. Da ist mir die Skala dann wirklich zu groß.

  2. Aktion Morgenluft 15. August 2016 um 18:07 Uhr - Antworten

    Finde die Auseinandersetzung damit auch wichtig. Habe mein 10-Punkte-System zum Start meines Blogs auch einfach nur der Form halber mit aufgenommen. Werde in der Zukunft zu Worten wechseln. Also immer noch ein Wertungssystem, aber mit Worten. Denn so wie du es beschreibst, empfinde ich das auch oft, gerade mit den oberen drei Kategorien.

    • Marco 15. August 2016 um 19:41 Uhr - Antworten

      Schön, dass du dich damit auch auseinandergesetzt hast. Für mich funktioniert dieses System auch wesentlich besser und die Zukunft wird zeigen, ob und wie es der Leserschaft gefällt. :)

  3. moep0r 16. August 2016 um 05:27 Uhr - Antworten

    Interessantes Thema, ich hatte mir da vor einer Weile auch mal Gedanken zu gemacht und bin zu einem ähnlichen System gekommen: http://www.omgwtfbbq1337.de/2016/04/12/wie-hat-man-eigentlich-filme-zu-bewerten/

    Im Grunde finde ich eine Reduzierung auf Zahlen auch sehr schwer, eine begründete (nicht-)Empfehlung in ein paar kurzen Sätzen scheint mir da wesentlich sinnvoller. Und die bietet auch eine Diskussionsgrundlage :)

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